Getreidefreies Hundefutter ist nicht automatisch gesünder. Entscheidend ist, ob das Futter den Nährstoffbedarf deines Hundes vollständig deckt, zu seinem Alter und Aktivitätsniveau passt und von ihm gut vertragen wird. Bei einer tierärztlich bestätigten Unverträglichkeit oder Allergie kann eine getreidefreie Rezeptur sinnvoll sein – für die meisten gesunden Hunde ist sie jedoch kein Muss.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Die genannten Produkte wurden von uns nicht im Labor oder in einem eigenen Fütterungstest verglichen. Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine Provision; für dich bleibt der Preis gleich.
Die Kurzantwort: Wann ist getreidefreies Futter sinnvoll?
- Für gesunde Hunde: Getreide muss nicht grundsätzlich vermieden werden. Viele Hunde vertragen Reis, Mais, Hafer oder Weizen problemlos.
- Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie: Nicht selbst auf Verdacht mehrere Zutaten streichen. Eine Ausschlussdiät sollte mit einer Tierarztpraxis geplant werden.
- Bei bestätigter Reaktion auf ein bestimmtes Getreide: Dann kann ein passendes getreidefreies Alleinfuttermittel eine praktische Dauerlösung sein.
- Wichtiger als das Werbewort „getreidefrei“: vollständige Nährstoffversorgung, passende Lebensphase, seriöser Hersteller und gute individuelle Verträglichkeit.
Was bedeutet „getreidefrei“?
Getreidefreies Hundefutter enthält keine klassischen Getreidearten wie Weizen, Mais, Reis, Gerste, Roggen oder Hafer. Als andere Kohlenhydratquellen kommen häufig Kartoffeln, Süßkartoffeln, Erbsen, Linsen oder Tapioka zum Einsatz.
Wichtig: Getreidefrei bedeutet weder kohlenhydratfrei noch automatisch kalorienarm. Auch die Begriffe „getreidefrei“ und „glutenfrei“ sind nicht identisch. Reis ist beispielsweise Getreide, enthält aber kein Gluten. Ein Futter mit „Lamm und Reis“ ist deshalb nicht getreidefrei.
Sind Getreideallergien bei Hunden häufig?
Futtermittelallergien richten sich gegen Eiweiße. Diese können aus tierischen oder pflanzlichen Zutaten stammen. Eine Auswertung veröffentlichter Fälle nennt bei Hunden Rind, Milchprodukte und Huhn häufiger als Weizen. Das bedeutet nicht, dass Weizen niemals Probleme verursacht – aber „getreidefrei“ ist nicht automatisch gleichbedeutend mit „allergikergeeignet“.
Mögliche Beschwerden wie Juckreiz, wiederkehrende Ohrenprobleme, Durchfall oder Erbrechen haben viele denkbare Ursachen. Ob tatsächlich das Futter verantwortlich ist, lässt sich nicht zuverlässig anhand einer Zutatenliste oder eines Online-Selbsttests feststellen. Tierärztlich begleitete Ausschluss- und anschließende Provokationsfütterungen gelten als wesentlich aussagekräftiger.
Warum „ohne Getreide“ allein kein Qualitätsmerkmal ist
Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) weist darauf hin, dass Begriffe wie „Premium“ oder „holistisch“ wenig über die tatsächliche Qualität eines Futters aussagen. Ähnliches gilt für eine einzelne hervorgehobene Zutat. Eine Zutatenliste zeigt nicht, ob eine Rezeptur insgesamt bedarfsdeckend ist oder wie konsequent der Hersteller Qualität kontrolliert.
Auch ein besonders hoher beworbener Fleischanteil ist für sich genommen kein verlässlicher Qualitätsbeweis. Entscheidend ist die Versorgung mit allen benötigten Nährstoffen in passenden Mengen und Verhältnissen. Die europäischen FEDIAF-Leitlinien beschreiben hierfür nach Lebensphase abgestufte Nährstoffempfehlungen.
Checkliste: So wählst du ein geeignetes Hundefutter aus
| Prüfpunkt | Darauf solltest du achten |
|---|---|
| Futterart | Für die tägliche Ernährung sollte „Alleinfuttermittel“ auf der Verpackung stehen. |
| Lebensphase | Welpe, ausgewachsener Hund oder Senior benötigen eine jeweils passende Rezeptur. |
| Individueller Bedarf | Größe, Aktivität, Gewicht, Kastrationsstatus und Erkrankungen können die Auswahl verändern. |
| Hersteller | Kontaktmöglichkeit, qualifizierte Ernährungsfachleute, nachvollziehbare Qualitätskontrollen und eine vollständige Nährstoffanalyse sind wichtiger als Werbeslogans. |
| Energiegehalt | Fütterungsmenge und Kalorien sollten zum tatsächlichen Bedarf passen. Gewicht und Körperkondition regelmäßig kontrollieren. |
| Verträglichkeit | Fell, Haut, Kot, Appetit und Gewicht beobachten. Bei anhaltenden Beschwerden tierärztlichen Rat einholen. |
Zwei getreidefreie Optionen zum Vergleichen
Die folgenden Produkte sind keine Testsieger, sondern zwei aktuell erhältliche getreidefreie Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde. Prüfe vor dem Kauf immer die aktuelle Deklaration, die passende Variante und die Fütterungsempfehlung.
Wolfsblut Wild Duck Adult
- Getreidefreie Rezeptur mit Ente und Kartoffeln
- Als Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde deklariert
- Die Eignung hängt trotzdem von Alter, Bedarf und individueller Verträglichkeit deines Hundes ab
Wolfsblut Wild Duck Adult beim Händler ansehen*
Happy Dog Sensible Africa
- Getreidefreie Rezeptur mit Strauß als tierischer Proteinquelle
- Als Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde deklariert
- Eine ungewöhnliche Proteinquelle allein ersetzt keine tierärztlich geplante Ausschlussdiät
Happy Dog Sensible Africa beim Händler ansehen*
Futter richtig umstellen
Wenn kein medizinischer Grund für eine sofortige Umstellung besteht, mischst du das neue Futter am besten schrittweise über mehrere Tage unter das bisherige. So kann sich der Verdauungstrakt anpassen. Frisst dein Hund schlecht, erbricht wiederholt, hat starken Durchfall oder zeigt andere auffällige Symptome, solltest du die Umstellung nicht einfach fortsetzen, sondern eine Tierarztpraxis kontaktieren.
Häufige Fragen
Ist Reis Getreide?
Ja. Reis gehört zu den Getreidearten. Er ist glutenfrei, aber ein Futter mit Reis ist nicht getreidefrei.
Ist getreidefreies Hundefutter besser für die Verdauung?
Nicht grundsätzlich. Manche Hunde vertragen eine bestimmte getreidefreie Rezeptur gut, andere reagieren auf deren alternative Zutaten. Entscheidend ist die individuelle Verträglichkeit der gesamten Rezeptur.
Kann ich eine Futtermittelallergie am Etikett erkennen?
Nein. Das Etikett hilft nur dabei, Zutaten zu prüfen. Ob dein Hund allergisch reagiert und welcher Bestandteil verantwortlich ist, sollte tierärztlich abgeklärt werden.
Fazit
Getreidefreies Hundefutter kann eine passende Wahl sein, ist aber kein allgemeines Gesundheitsversprechen. Für die meisten Hunde zählt nicht, ob auf der Packung „getreidefrei“ steht, sondern ob das Futter vollständig, bedarfsgerecht, seriös hergestellt und gut verträglich ist. Bei Verdacht auf eine Allergie oder bei anhaltenden Beschwerden gehört die Futterwahl in tierärztliche Hände.
Quellen und weiterführende Informationen
- WSAVA: Guidelines on Selecting Pet Foods
- FEDIAF: Grain-free pet food for cats and dogs
- FEDIAF Nutritional Guidelines 2025
- Mueller et al.: Critically appraised topic on adverse food reactions





























